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Rijnland vervollständigt Wasserbilanz

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Der Wasser- und Bodenverband (HHRS) Rijnland hat im Mai 2017 Messgeräte in Betrieb genommen, die einen genaueren Überblick über die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserwirtschaft ermöglichen sollen. Es geht um drei Eijkelkamp Smart Lysimeter-Messanordnungen, die neben Daten über Verdunstung, auch Daten über Niederschlagsmenge, Wind und Bodenfeuchtigkeit liefern.

„Warum wir drei Eijkelkamp Smart Lysimeter-Messanordnungen angeschafft haben? Jan Willem van Kempen, Pegelüberwachung, und René van der Zwan, Beratung Geschäftspolitik und Forschung, beide Mitarbeiter beim Wasser- und Bodenverband Rijnland: „Einerseits betreiben wir operationelle Pegelüberwachung, aber man sieht, dass die Pegelüberwachung auch durch den Klimawandel unter Druck steht. Und der Klimawandel steht bei unserem Wasser- und Bodenverband ganz weit oben auf der Tagesordnung.“

„Zur Pegelüberwachung verwenden wir ein automatisiertes, entscheidungsunterstützendes System. Dieses System wird mit verschiedenen Messdaten gefüttert, darunter auch Wasserstände und Niederschlag. Nur über einen anderen sehr wichtigen Faktor, die Wasserverdunstung, haben wir noch keinen genauen Überblick. Vor allem nach trockenen und während nasser Perioden ist das für uns eigentlich ein großes Fragezeichen. Bis jetzt haben wir es modellhaft versucht, aber die Frage ist, wie gut ist das Modell, und außerdem fällt dabei eine bestimmte Einstellzeit an.“ Genug Anlässe, um uns zu fragen: Wie können wir die Wasserbilanz vervollständigen?“

„Die Pegelüberwachung steht auch durch den Klimawandel unter Druck.“

René van der Zwan - Berater Geschäftspolitik und Forschung HHRS Rijnland

„Wir haben mit Eijkelkamp Soil & Water Kontakt aufgenommen, weil wir eine handliche Lysimeter-Messanordnung wollten, also kein großes Betongefäß von 20 x 5 Meter. Das kann man nämlich nicht einfach so vor Ort aufstellen und die Wartung ist schwierig. Außerdem hatte Eijkelkamp Soil & Water für uns schon ein Oberflächenwassermessnetz angelegt. Das dazugehörige Webportal verwenden wir jetzt auch für die Verdunstungsdaten.“

Vorreiterrolle für die Region Rijnland

„Zusammen mit Eijkelkamp Soil & Water haben wir jetzt an drei Standorten eine Lysimeter-Standort in Reeuwijk Das installierte Eijkelkamp Smart Lysimeter-Messanordnungen platziert: In Noordwijkerhout auf Sand-, in Woubrugge auf Lehm- und in Reeuwijk auf Moorboden. Diese Standorte decken die Hauptbodentypen ab. In Kombination mit einer Wetterstation, Bodenfeuchtigkeits- und Grundwassermessungen haben wir einzigartige Messanordnungen zusammengestellt. Damit sind wir als Wasser- und Bodenverband der Region Rijnland Vorreiter in der niederländischen Wasserwirtschaft.“

„Es ist interessant, dass unsere Initiative innerhalb der Niederlande jetzt aus verschiedenen Perspektiven betrachtet wird. Wir bekommen sogar Anfragen, ob das Ganze mitverfolgt werden darf. Bei Big Data sind wir gerne bereit zu teilen, genauso wie bei den Pegelständen.“

„Mit dieser Messanordnung sind wir als Wasser- und Bodenverband Vorreiter
in der niederländischen Wasserwirtschaft.“

Jan Willem van Kempen - Pegelüberwachung

Intelligente Pegelüberwachung durch Verdunstungsdaten

„Eines der Messgeräte ist in Reeuwijk aufgestellt. Dort läuft momentan ein Projekt für flexiblere Pegelüberwachung an den Reeuwijker Seen. Wir haben festgestellt, dass bei den Anwohnern sehr große Unsicherheit darüber besteht, welche Auswirkungen Verdunstung auf den Wasserstand im Boden hat. Wir haben schon einmal ein Messprojekt ausgeführt, mit dem Ziel, gemeinsam mit den Anwohnern den Oberflächen- und Grundwasserpegel zu messen und so zu zeigen, wodurch die Unterschiede entstehen. Der Oberflächenpegel schwankte innerhalb eines Bereiches von 5 bis 10 cm. In ein paar Meter Entfernung dagegen schwankte der Grundwasserpegel um ganze 50 bis 60 cm. Das ist für einen Anwohner überhaupt nicht zu verstehen. Bis man mit einem Verdunstungs- und einem Niederschlagsmessgerät demonstriert, wie viel mm Regen gefallen und wie viel mm aus dem Boden verdunstet sind. Letzten Endes erhalten wir ein genaueres Bild davon, wie der Wasserbedarf in unserem System bei trockenen Situationen ist. Wie sieht es mit dem Grundwasser aus? Und wenn ein Schauer fällt, strömt das Wasser dann sofort ab oder wird es erst im Boden gespeichert?“

„Ein anderes Beispiel. Wir sind damit beschäftigt, ein Pumpwerk zu sanieren. Dadurch verringert sich unsere Kapazität. Um diesen Verlust auszugleichen, kann man natürlich überlegen, was in Bezug auf die Witterungsumstände passieren könnte, und entsprechend vorsorgen. Der Nachteil besteht aber gerade im Sommer darin, dass man kostbares Wasser wegpumpt, das man möglicherweise in einigen Tagen wieder braucht. Aber das kann ziemlich schwierig werden, wenn der Stand von Rhein oder Mosel niedrig und das Hauptsystem versalzt ist. Wenn man weiß, wie hoch der Grundwasserstand ist und wie viel Wasser im Boden gespeichert ist, braucht man keine vorbeugenden Maßnahmen im Hinblick auf mögliche Regenschauer zu ergreifen und kostbares Wasser wegzupumpen. Auf diese Weise können wir den Pegel bald intelligent überwachen.“

Daten für die Diskussion über Bodensetzung

„Ein aktuelles Thema in den Niederlanden ist Bodensetzung. Wir werden schon mal misstrauisch angeschaut, wenn wir den Wasserpegel in Gräben zu stark absinken lassen. Wenn man sieht, wie viel Wasser dort verdunstet und wie der Grundwasserpegel ist, stellt man fest, dass die Auswirkungen dessen, was der Wasserverband tut, im Verhältnis zur Bodensenkung nicht allzu groß sind. Niederschlag ist viel wichtiger als das Wasser im Graben. In diesem Sinne werden uns die Verdunstungsdaten in der Diskussion rund um Bodensetzung helfen. Wir müssen das auf andere Art und Weise betrachten.“

„Ein Landwirt in der Nähe von Leiden hat überall in seinem Land Drainagen gelegt. Er pumpt aktiv Wasser aus dem Graben auf sein Land, um gegen die Bodensetzung anzugehen. Er hält uns über die Ergebnisse auf dem Laufenden, damit wir sehen, welchen Effekt das hat.“ Ganz allgemein ist festzustellen, dass Landwirte sich immer mehr für Messdaten über Bodenfeuchtigkeit und Verdunstung interessieren.“

„So war der Landwirt in Woubrugge, wo wir eine Eijkelkamp Smart Lysimeter-Messanordnungen platziert haben, zum Beispiel mit der Ausarbeitung eines Geschäftsplans beschäftigt, um mehr Messgeräte anzuschaffen. Wenn er im Herbst seine Kartoffeln roden will, misst er erst die Bodenfeuchtigkeit, um zu prüfen, ob der Boden auch nicht zu trocken ist. Sonst kann er seine Kartoffeln zwar roden, holt aber zu viel Lehm aus dem Boden. Also beregnet er erst, bevor er rodet. Nur hat auch er wieder mit dem Klimawandel zu tun, denn wenn gerade ein heftiger Regenschauer angezogen kommt, will man keine Beregnung. Es steht also alles ziemlich auf Messers Schneide. Dabei können Verdunstungsdaten helfen. Es ist schön, dass die Nachfrage nach Daten auch aus dieser Branche immer stärker wächst.“

(Einschub) Wasser- und Bodenverband (HHRS) Rijnland

Der Wasser- und Bodenverband Rijnland sorgt schon seit 1255 für sichere Deiche, sauberes, gesundes Wasser in Seen und Gräben sowie für eine ausgeglichene Wasserbilanz. Auch die Reinigung des Abwassers aller Haushalte und Betriebe der Region gehört zu seinen Aufgaben. Sein Arbeitsgebiet erstreckt sich von IJmuiden bis Gouda und von Wassenaar bis Amsterdam. Es hat eine Fläche von 1175 km2. Über 1,3 Millionen Menschen wohnen in dieser Region.

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